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Historie

Gesamtcorps der Prinzengarde Zülpich 1910 e.V.


Kostümsitzung

Die mit Abstand älteste Veranstaltung der Prinzengarde ist die Traditions- und Kostümsitzung. Bei dieser jährlichen Sitzung im Januar haben die Mitglieder und besonders die Zülpicher Bürger und Freunde der Prinzengarde die Möglichkeit, sich bei tollen Büttenreden und schöner Karnevalsmusik von bewährten Kräften des Kölner Karnevals bis hin zu einheimischen Kräften zu amüsieren und Karneval zu feiern. Die Prinzengarde bietet immer ein buntes Programm, bei dem die Stimmung nicht zu kurz kommt.

Die erste karnevalistische Sitzung fand am 2. Februar 1958 in Kooperation mit dem befreundeten Wollersheimer Tambourcorps „Edelweiß“ in Wollersheim statt. Sie verlief in ausgezeichneter Stimmung und Harmonie und seitdem traten Prinzengarde und Tambourcorps fast immer gemeinsam auf.

Doch auch schon bevor die erste eigene Sitzung stattfand, beteiligte sich die Prinzengarde an der Zülpicher Proklamationssitzung. Seit 1957 unterstützte man die KG Zölleche Öllege bei der Organisation und der Elferrat bestand neben fünf Mitgliedern der Öllege aus jeweils drei Vertretern der Prinzengarde und der Blaue Funken.

Im Jahre 1960 feierten die Zölleche Öllege und die Prinzengarde ihr 50-jähriges Bestehen. Man nutzte die große Jubiläumssitzung der Prinzengarde am 31. Januar 1960 um verdiente und langjährige Mitglieder zu ehren. Insbesondere wurden ihr Kommandant Heinrich Esser und ihre ehemaligen Mariechen geehrt. In den folgenden Jahren wurden die Sitzungen noch oft als Anlass für Ehrungen genommen, weil sie den Geehrten die entsprechende Anerkennung gaben.

Höhepunkte dieser Prunksitzung, die in der Presse als „wahres Feuerwerk der Pointen“ beschrieben wurde, waren die Büttenrede von Willy Dederichs, der zum Ehrenherrn der Prinzengarde ernannt wurde, und der Aufzug des früheren Tanzoffiziers der Prinzengarde, Rolf Jörger, als Dürener Karnevalsprinz mit seiner Dürener Garde. Der Eintrittspreis für die Sitzung betrug damals 3,00 DM.

In der Karnevalssitzung am 21. Januar 1962 konnte die Prinzengarde erstmals ihre Litewkaträger in schmucken weißen Röcken mit rotem Revers präsentieren. Die Überraschung des Abends war das Chiplüz-Ballet mit seinem Holzschuhtanz. Alle mitwirkenden Damen und Herren waren aktive Mitglieder der Prinzengarde.

Für 30-jährige aktive Arbeit im Karneval ehrte die Prinzengarde ihren Ehrenpräsidenten Heinrich Esser in ihrer Sitzung am 31. Januar 1965. Die Schützenhalle, in der die Sitzung seit 1959 stattfand, erwies sich wieder als viel zu klein und Präsident Schall forderte dringend eine neue Stadthalle.

Zeitungsartikel Kölnische Rundschau zur Kostümsitzung 1966

Ein Jahr später in der Sitzung vom 8. Januar 1966 traten Manfred Macherey, der in diesem Jahr Prinz der Stadt Zülpich war, und Peter Fischer wieder als karnevalistisches Duo auf, ein gewohnter Klassiker. Die Prinzengarde erhielt eine neue Fahne, entworfen von Josef Börger, dem Vizepräsidenten der Blauen Funken, und bestickt in mühevoller Arbeit von der Schwiegermutter des Prinzen, Frau Matheis. Für diese Arbeit wurde Frau Matheis von der Prinzengarde geehrt und sie enthüllte die neue Fahne.

Wegen des Abbruchs der Schützenhalle stand für die Sitzung am 9. Januar 1967 kein Saal zur Verfügung. Man wich in den Kinosaal, den der Kinobesitzer freundlicher-weise für die Veranstaltung überließ, aus. Das Programm unter anderem wieder mit dem Duo Macherey / Fischer als „Mama und Sohn, der ein Pferd haben möchte“ war erstklassig, doch das Kino konnte nicht gefüllt werden.

Das sollte sich in der nächsten Sitzung am 20. Januar 1968, die zum ersten Mal in der Stadthalle stattfand, ändern. Mit den einheimischen Kräften, die beim Publikum wunderbar ankamen, wurde sie wieder ein Erfolg. Die Tanzgruppe glänzte als Raumpflegerinnen, Eberhard Opgenorth als Büttenredner mit spritzigem Lokalkolorit und tolle Karnevalslieder wurden von Heinz Jansen und Willy Schneider gesungen.

1968 Kostümsitzung

Im darauf folgenden Jahr stellte die Prinzengarde in ihrer Sitzung am 6. Februar 1971 das neu gegründete Fanfarencorps vor, welches das Erste des Zülpicher Karnevals war.

In der Traditionssitzung am 18. Januar 1985 kamen die „Knolleköpp“ mit ihren gelungenen Anspielungen auf die Zülpicher Kommunalpolitik besonders gut beim Publikum an. Großen Beifall bekam auch der ehemalige Tanzoffizier der Prinzengarde Ebi Opgenorth für das von ihm geschaffene Lied „Heimweh nach Zülpich“.

Einheimische Kräfte boten in den kommenden Jahren tolle Leistungen als Programmpunkte der Prinzengardesitzung und wurden dafür auch immer mit tosendem Beifall des Publikums und vielen Zugaben belohnt. So zum Beispiel das Zülpicher Duo Korn und Körnchen, das heute noch im Sitzungsprogramm enthalten ist oder eine Gruppe der Zölleche Öllege, die ausgestattet mit Frack, Zylinder, weißem Schal und ein paar lässigen Ballettschritten zwischen-durch Weltstadtflair, natürlich mit einem lustigen Augenzwinkern, in die Sitzung brachten. Dies war eine tolle, ausgefallene Idee von Arno Kampschulte und heute nennt sich die immer noch aktive Gruppe „Pari Schalott“.

Kostümsitzung 1987 Winfried Müssig als Tina Turner
Winfried Müssig als Tina Turner 1987

Neben den einheimischen Kräften engagierte man auch immer wieder bewährte Kölner Kräfte. 1987 traten die „3 Colonias“ zum ersten Mal erfolgreich in Zülpich bei der Sitzung der Prinzengarde auf.

Ihren 80. Geburtstag feierte die Prinzengarde in der Traditionssitzung am 19. Januar 1990 mit einem Bombenprogramm. Einer der Höhepunkte war der Auftritt einiger Aktiver mit einer „musikalischen Modenschau“.

Kostümsitzung 1990

Spitzenkräfte des rheinischen Karnevals, unter anderem „et Tusneldche“, Heinz Frings und die „Birkesdörper Buurebänd“ traten in der Sitzung der Prinzengarde am 14. Januar 1994 neben den einheimischen und befreundeten Karnevalsgesellschaften auf. Die Gäste sahen wieder ein ausgezeichnetes Programm.

Am 27. Januar 1995 konnte die Karnevalssitzung der Prinzengarde dank eines neuen Bestuhlungsplanes von fast 500 Karnevalsfreunden besucht werden. Das gute Programm sorgte für super Stimmung und die Presse schrieb: „Tolles Programm vor vollem Haus“. Prinz Horst I. wurde am Ende dieser Sitzung von den Frauen der Prinzengarde mit einem Clowntanz, einem „Lied an unseren Prinzen“ und einer riesigen Torte überrascht. Winfried Müssig sprang plötzlich als Marilyn Monroe aus dieser Torte.

„Teils akrobatische Leistungen gab es von der Prinzengarde und der von Petra Jensen und Petra Langner geleiteten Jugendtanzgruppe“ hieß es in der Zeitung über die Traditionssitzung der Prinzengarde am 10. Januar 1997. Es war einer der ersten Auftritte der neu gegründeten Jugendtanzgruppe und auch der neue Präsident Manfred Macherey führte erstmals durch das Programm.

Kostümsitzung 2000 Bruce Kapusta
Bruce Kapusta

In den folgenden Jahren konnte die Prinzengarde immer wieder ein Programm mit einer guten Mischung aus Spitzenkräften des Kölner Karnevals und Programmpunkten gestaltet von eigenen Mitgliedern bieten. 1999 waren die Stadtgarde „Oecher Penn“ und „Die Räuber“ zu Gast in der Stadthalle. „Bruce Kapusta“, der in den letzten Jahren häufiger auf dem Programm zu finden war und mittlerweile schon seine eigene Fangemeinde in Zülpich hat, trat erstmals im Jahr 2000 bei der Prinzengarde auf.

Ein Jahr später konnte man Guido Cantz als „Ne Mann für alle Fälle“ für die Kostümsitzung verpflichten. Es war die erste Sitzung unter der Leitung des neuen Präsidenten Horst Wachendorf. Von einigen Mitgliedern wurde eine Sondernummer für Prinz Bernd I. (Schneider), der aus den Reihen der Prinzengarde gestellt wurde, aufgeführt. Bernd Schneider stand 4 Jahre später dann selbst als „Zwerg vom Silberberg“ in der Bütt und wusste mit viel Humor gekonnt den Zülpicher Lokalkolorit durch den Kakao zu ziehen.

Mehrmals begrüßte Präsident Wachendorf die Tanzgruppen „Winzer und Winzerinnen“ und die „Kruschberger Funken“, in der der Trainer des Tanzpaars der Prinzengarde, Willi Plum, selbst noch aktiv war. Die Musikgruppen „De Stroßefäjer“, und „Die Klävbotze“ waren ebenfalls öfters zu Gast bei der Prinzengarde, sowie in der Bütt „Die 2 Schlawiner“ und „Feuerwehrmann Kresse“.

Neben diesen bekannten Kräften standen jedes Jahr Überraschungen auf dem Programm. Als 2006 die Prinzengarde wieder den Zülpicher Prinzen Jochen I. (Zielke) stellte, wurde zu dessen Überraschung in witziger Weise sein Werdegang vom Musiker über den Koch bis zum Offizier in der Prinzengarde auf der Bühne präsentiert.

Kostümsitzung 2006 Gardesisters
Kostümsitzung 2006 Gardesisters

In dieser sowie in den Sitzungen der folgenden Jahre trat auch das Gitarristenduo „Korn und Körnchen“ (Klaus Frank und Mike Lauscher), sowie die neu formierten Garde-Sisters auf. Dabei handelte es sich um gemischte Tänzer aus den drei Zülpicher Tanzcorps, die einen gemeinsamen Gardetanz in äußerlicher Form eines Männerballetts einstudiert hatten. Angeführt wurden die Garde-Sisters natürlich von einer eigenen Standarte.

Kostümsitzung 2008 Funky Marys

2008 präsentierte sich eine weitere Überraschung, Mary Wachendorf als Römerbad-Nixe, in der Kostümsitzung. Sie nahm die Kommunalpolitik und das Römerbadvorhaben der Stadt genauer unter die Lupe und kündigte ihre Bewerbung als „neues Mariechen“ der Prinzengarde an. In diesem Jahr war erstmals eine der Kölner Girl-Bands, die „Funky Marys“, bei der Prinzengarde zu Gast.