Sessionseröffnung / elfter im elften
Fest etabliert im Zülpicher Karneval ist die Sessionseröffnung, die von der Prinzengarde heute auf dem Rathausvorplatz durchgeführt wird. Sie findet immer an dem zum 11.11. nächstgelegenen Sonntag statt. Weil die Veranstaltung im November ist, kann schlechtes Wetter nicht ausgeschlossen werden, doch meistens hat man Glück und Petrus zeichnet sich als Karnevalist aus.
Die erste Sessionseröffnung war am 11. November 1984. Bei gutem Wetter wurde mit 11 Böllerschüssen auf dem Marktplatz die Karnevalssession 1984/85 eröffnet. Bei diesem gelungenen Auftakt zum 75-jährigen Bestehen der Prinzengarde wurde aus den angekündigten 111 Litern Freibier und 111 Litern Erbsensuppe dann etwas mehr. Der Verkauf von Erbsensuppe und Getränken gehört zum festen Programm bei jeder Sessionseröffnung. Die Karnevalsfreunde wurden zwei Stunden mit einem bunten Musikprogramm des Fanfarencorps unterhalten.
In den folgenden Jahren suchten immer mehr Zülpicher Karnevalsfreunde den Weg zur Sessionseröffnung, sodass man das Programm entsprechend ausbaute. 1985 musste die Veranstaltung allerdings wegen des nasskalten Wetters schon gegen 12 Uhr abgebrochen werden. Die Prinzengarde zog sich in ihr Vereinslokal zurück, wo sie noch ein paar gemütliche Stunden verbrachte.
Die Prinzengarde entmutigte das nicht, im nächsten Jahr wurde wieder ein Programm aufgestellt und das Wetter blieb trocken.
1987 wurde die Sessionseröffnung auf den Josef-Peiffer-Platz, der für einen herrlichen Rahmen sorgte, verlegt.

Die steigenden Besucherzahlen ließen die Veranstaltung wachsen und 1989 wurden dann auch die anderen Zülpicher Karnevalsvereine mit in das Programm einbezogen, wie der nebenstehende Artikel vom 14.11.1989 eindrucksvoll dokumentiert.
1991 wurden der Kindergruppe ihre neue Fahne und die Mini-Gulaschkanone übergeben, worüber die Kinder sich riesig freuten. Es waren trotz kalten Wetters wieder viele Karnevalsfreunde erschienen, die mit den Karnevalisten bis gegen 17 Uhr feierten.
Seit dieser Sessionseröffnung kamen Auftritte vieler befreundeter Karnevals-gesellschaften hinzu. Die „Füssenicher Grieläächer“, die Karnevalsvereine „Rot-Weiß“ aus Hürth und „Blau-Weiß“ aus Lommersum, die KG „Schwerfe bliev Schwerfe“ erfreuten in den kommenden Jahren das Zülpicher Publikum.
Eine Mundartgruppe als Programmhöhepunkt bot die Prinzengarde mit der „Birkesdörper Buurebänd“ erstmals 1992. Beschrieben als „Massenansturm und Bombenstimmung“ im Kölner Stadt-Anzeiger, wurde die Sessionseröffnung ein voller Erfolg.
In den kommenden Jahren folgten die Gruppen „3 Söck“ oder „Echte Fründe“ aus Düren.
Bei strahlendem Sonnenschein fand die Sessionseröffnung 1995 mit 700 Gästen im Innenhof des Rathauses statt.
In den letzten Jahren hat sich das Programm der fünf Zülpicher Karnevalsgesellschaften gemeinsam mit einer Mundartgruppe bewährt. Seit 2006 verpflichtete man die „Inde Rebellen“, die als Newcomer im Karneval gelten.
Aber auch die Auftritte der drei Kindergruppen (Prinzengarde, Blaue Funken und HJK) gehören fest zum Programm. Hier bietet man den Kindern eine schöne Gelegenheit sich dem Publikum zu präsentieren und die Karnevalsfreunde freuen sich, so viele Kinder zu sehen. Es zeigt sich, dass der Zülpicher Karneval keine Nachwuchssorgen hat. Man kann in Zülpich stolz auf diese Jugendarbeit sein.
Seit der Anschaffung des Imbisswagens wird neben der Erbsensuppe auch Gegrilltes angeboten und ein Glühweinstand ergänzt die Getränkekarte, um dem kalten Wetter vorzubeugen.


