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Historie

Gesamtcorps der Prinzengarde Zülpich 1910 e.V.


Fanfarencorps

Gründung des Fanfarencorps 11.05.1970

Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte der Prinzengarde war sicherlich die Gründung unseres Fanfarencorps am 11.05.1970 in unserer Vereinskneipe „Em Höttche“. An diesem Abend trafen sich einige Prinzengardisten, die ein Instrument erlernen wollten. Zu Beginn bestand das Fanfarencorps aus Fanfaren und Landsknechttrommeln. Erklärtes Ziel war es, in der nächsten Session das Erlernte dem närrischen Volk zu präsentieren. Am 06.02.1971 – zur Kostümsitzung der Prinzengarde – war es soweit. Die erste Musikkapelle des Zülpicher Karnevals feierte Premiere.

Unter der Leitung von Musiklehrer Breuer aus Arnoldsweiler und später unter den Prinzengardisten Willy Schneider und Josef Zimmermann probten die elf Musiker einmal wöchentlich in der Hovener Schule. Die damalige Vereinsspitze um Hans Schall und dem Ehrenpräsidenten Dr. Rixen tat gut daran, in Instrumente zu investieren. Die Musiker der ersten Stunde, genauso wie alle anderen bis heute, brachten und bringen ihre Zeit und Energie ein. Von diesem Engagement profitiert die Prinzengarde noch heute.

Durch ein eigenes Fanfarencorps haben sich die Auftritte und die Möglichkeiten der Prinzengarde sehr erweitert.

Das Repertoire des jungen Fanfarencorps war durch den begrenzten Tonumfang der Naturfanfaren eingeschränkt. Ein- und Ausmarsch sowie ein einfaches Musikstück, z.B. „In München steht ein Hofbräuhaus“, am Ende des Auftritts waren aber durchaus spielbar.

Das Tambourcorps Wollersheim, mit dem die Prinzengarde schon lange eng verbunden war, übernahm die Begleitung des Mariechen- und Gardetanzes, wie auch schon vor der Gründung des Fanfarencorps. Bei Auftritten ohne das Tambourcorps wurden die Tänze entweder von der Sitzungskapelle begleitet oder es wurde zur Musik vom Tonband getanzt.

Schnell stellte man fest, dass man mit Naturfanfaren an die musikalischen Grenzen stoßen würde. Aus diesem Grund wurde das Instrumentarium verändert. Aus den ES-Fanfaren wurden Trompeten, mit denen der gesamte Tonumfang zur Verfügung stand. Die Landsknechttrommeln wurden durch Wirbeltrommeln, „Decke Trumm“ und Marschbecken ergänzt. Bei Auftritten auf der Bühne, also nicht in Marschformation, wurde die Rhythmusgruppe durch Schlagzeug, E-Bass und teilweise auch durch E-Gitarre und Keyboard vervollständigt.

Durch die neue Instrumentalisierung, aktuelle Trends und sicherlich auch durch den unterschiedlichen Geschmack der jeweiligen Musiker hat sich die Stückauswahl in den knapp 40 Jahren verändert. So hatten die Musiker in den 1980er Jahren Fanfarenzüge und Showfanfaren aus dem Raum Eschweiler zum Vorbild. Das Repertoire ging weit über Märsche und Karnevalsschlager hinaus. Die Klänge des Fanfarencorps
wurden beispielsweise auf der Langspielplatte „Klingende Grüße aus Zülpich“ mit den Stücken „Mexikanische Trompeten“ und „Geisterreiter“ verewigt.

Fanfarencorps im Rosenmontagszug 1972
Fanfarencorps im Rosenmontagszug 1972

Das musikalische Potenzial hatte sich im Laufe der Jahre vergrößert. Unter der Leitung von Franz-Josef Zimmermann wurde dies genutzt, indem man den kompletten Auftritt der Prinzengarde begleitete. Von nun an spielte das Fanfarencorps
auch das Stippeföttchen der Garde, den Tanz des Tanzpaares und der Gardisten. Somit konnten die Prinzengardisten zu jeder Zeit und an jedem Ort tanzen, schunkeln und feiern. Nun war es auch möglich auf die gestiegenen Anforderungen und speziellen Musikwünsche des Tanzpaares einzugehen. Mittlerweile wurden die wöchentlichen Proben von Renold Quade, Leiter der Musikschule in Zülpich, geleitet. So entstand auch eine Zusammenarbeit im Bereich der Nachwuchsförderung. Die musikalischen Grundlagen wurden und werden im Unterricht der Musikschule geschaffen. Hier erlernen die jungen Musiker nicht nur ihr Instrument, sondern erlangen selbstverständlich auch Notenkenntnisse. Mittlerweile, im Gegensatz zu den Anfängen, als man nach Fingersätzen und Symbolen spielte, spielen die Musiker nach Noten.

Fanfaencorps 1974
Fanfarencorps 1974

Heute präsentiert das Fanfarencorps dem Karnevalsjeck sowohl aktuelle Karnevalshits als auch Klassiker aus früherer Zeit und wird so dem Anspruch, der musikalisch an ein Traditionscorps gestellt wird, gerecht. Diese Stücke arrangiert Renold Quade und passt sie der aktuellen Besetzung des Fanfarencorps an.

Nach all den Jahren und vielen Veränderungen hat das Fanfarencorps den charakteristischen Klang einer Blechbläser-Kapelle bis heute nicht verloren. Der traditionelle Einmarsch der Prinzengarde zeichnet sich durch ein Fanfarensignal in der Einleitung aus. Der „Marsch König Friedrich des Großen“ oder umgangssprachlich Nr. 9 (obwohl es eigentlich die Nr. 2 ist) war und ist die akustische Visitenkarte der Prinzengarde. 

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Das gilt, wie bei so vielen Karnevalisten, definitiv nicht für die Musiker. Auch außerhalb der Karnevalszeit wird geprobt, werden Sommerauftritte mit einem nicht karnevalistischen Programm abgehalten und Ständchen zu Geburtstagen, Hochzeiten oder anderen Anlässen gespielt. Nicht zu vergessen sind die Martinszüge, bei denen die jüngsten Musiker ihr Debüt feiern. Der Start in die neue Karnevalssession ist dann ein gemeinsames Probewochenende im Dezember. Neben dem Einstudieren neuer Stücke für die Karnevalszeit, ist dies auch ein großer Spaß für alle.

Fanfarencorps im Rosenmontagszug 1987

Grundsätzlich tritt die Prinzengarde in der Karnevalssession nur als gesamtes Corps auf. Bis auf eine Ausnahme: An Weiberfastnacht spielt das Fanfarencorps den Prinzen ohne den Rest der Garde in die Stadthalle. Bei diesem Auftritt sind so einige Dinge anders als bei anderen Auftritten. Das Fanfarencorps tritt ohne Garde auf, der Prinz trägt nicht sein Ornat, die Adjutanten tragen keine Uniformen, ebenso die Musiker des Fanfarencorps. Das heißt, dass in den Wochen vor Karneval angestrengt überlegt wird, welche einheitliche Verkleidung angezogen wird. Das Kostüm soll natürlich in Zusammenhang mit Beruf oder Hobby der amtierenden Tollität stehen. So waren die Musiker beispielsweise schon als Gärtner, Köche, Bauarbeiter, Saunaboys oder Feuerwehrleute verkleidet.

An den Karnevalstagen der Session 2007 schmückte das Fanfarencorps der Prinzengarde dieser tolle, in fleißiger Handarbeit aus Kronkorken hergestellte, Schellenbaum. Am Karnevalssonntag wurde er der Prinzengarde bei der Visite von Winfried Müssig von einer netten Nachbarin zur Verfügung gestellt. Hierfür nochmals herzlichen Dank vom Fanfarencorps!

Provisorischer Schellenbaum 2007

Nachdem dieser Schellenbaum bei den restlichen Visiten und demRosenmontagszug seinen Dienst geleistet hat soll das Fanfarencorps jetzt mit einem schmuckvollen SchelIenbaum ausgestattet werden. Er ist eine reich verzierte, repräsentative Standarte der Militärmusik und dadurch auch der Karnevalsmusikvereine.

So wäre es doch ein wunderschönes Bild, wenn das Fanfarencorps ein solches Symbol erhalten würde, das es bei allen Auftritten und Umzügen begleiten und erkennbar machen soll.

Aus dieser ldee ist ein Förderkreis entstanden, der das Projekt nun weiterführt. Durch zahlreiche Unterstützung in Form von Spenden konnte im Jahr 2009 ein Schellenbaum angeschafft werden.

Der neu angeschaffte Schellenbaum 2009

40 Jahre Fanfarencorps

In der Kostümsitzung vom 04.02.2011 stand ein zusätzlicher Auftritt des Fanfarencorps auf dem Programm.

40 Jahre nach der Premiere in der Prunksitzung am 6. Februar 1971 feierten die Musiker mit diesem Auftritt ihr Jubiläum. In Anlehnung an das Gründungsjahr zogen sie im 70er Jahre Outfit mit dem Marsch König Friedrich des Großen, der „Nr. 9“, in den Saal ein.

Auf der Bühne präsentierte das Fanfarencorps eine Auswahl mehrerer Musikstücke, die in 40 Jahren gespielt wurden. Zu hören waren unter anderem „et Trömmelche“ und das Bläck Fööss-Samba-Medley, aber auch Klassiker wie der „Geisterreiter“, „La Cucaracha“, „Sierra Madre“ und „Hey Baby“.

Eingerahmt wurde der Auftritt durch ein Zwiegespräch von Robin Pick und Tristan Klein. Die beiden meldeten sich zwischen den Liedern zu Wort und fassten die Geschichte des Fanfarencorps in humorvoller Art und Weise zusammen. Als Abschluss folgte eine flotte Zusammenfassung bisher vom Fanfarencorps gespielter Musikstücke à la Marc Metzger (siehe nachstehenden Text).

Die Resonanz des begeisterten Publikums bestätigte einen tollen Auftritt vom Fanfarencorps, die Überraschung war geglückt. Nach der Zugabe wurden die Jungs mit einer Rakete verabschiedet.

In München steht ein Hofbräuhaus su han die Junge vür 40 Johr anjefange, sin zu Foß noh Kölle jejonn und Heidewitzka widder mim Mühlheimer Bötche he am Ring mit Anker Hoch gelandet.
denn einmal am Rhein, wo dat Wasser vun Kölle en der Kaygass Nummer Null am Dom zu Kölle nävve der Hüsjer bunt om Aldermaat dat Glockespell vum Rothusturm ertönt, do spille mer en unserem Veedel all zusammen Och wat wor dat fröher schön noch in Colonia un jeder Fetz hätt der Drom:

Einmol Prinz zu sin in Kölle am Ring, doch net nur die Kölsche sin prima, ne mir bruche keiner der uns sääht dat och die Zölleche Pänz prima sin Un wenn sie de vier Poorze sen en Zöllechs Ahle Mure wo am Käsmaat all die Hüsjer stonn wo op dem Maat dat Trömmelche jeiht, wo echte Fründe zesamme stonn dat es die echte Zöllche Art, wo jeder hätt mit gemaat.

Scheiß egal, op ärm oder rich, die Hauptsach is dat Hätz is joot un dat Hätz vun der Welt is Kölle, du bes die Stadt denn mir Kölsche mir kenne unsere Stammbaum un losse der Dom in Kölle stonn, singen en der Kaffeebud oder am Bickendorfer Büdche Schön ist das Leben, Superjeile Zick und Viva Colonia, tanzen Samba em Veedel, denn es ist noch Suppe da oder willst du eine Pizza zum Rievkochewalzer und schau mir in die Augen du alter Räuber so Kornblumenblau ist der schönste Platz auch an der Theke, wo mag er sein der Schmucke Prinz, Bye Bye my Love nemm mich su wie ich bin du treuer Husar der liebe Jung is wieder da.

Ich bin ne Räuber, man müsste noch mal 20 sein, dämm Schmitz sing Frau ist dürchjebrannt, denn Kölsche Mädcher künne bütze, uch Kölsche Junge bütze jot an sunem Tag so schön wie heute – Agrippina, Oh wie bist du schön
Kumm los mer danze un Schenk mir dein Herz dann Winke Winke, denn am Aschermittwoch is alles vorbei
Doch rut un wiess is user Fahn dat is die Garde e Leeve lang!